“Bitter Ends“ war im April 1945 der Titel eines Artikels im US-amerikanischen Time Magazine mit Blick auf das Ende des Zweiten Weltkriegs im Ruhrgebiet. Dr. Ralf Blank beschreibt in seinem gleichnamigen Buch die letzten Kriegsmonate im Ruhrgebiet zwischen Oktober 1944 und April 1945. Dabei wird nicht nur die alliierte Perspektive geschildert, sondern auch die Entwicklung an der „Heimatfront“. Blank geht ebenfalls der Frage nach, welche Funktion das Kriegsende in der Überlieferung der Nachkriegszeit eingenommen hat. Es handelt sich um die erste zusammenfassende Darstellung über die Kriegsendphase an Rhein und Ruhr 1944/45. Am Donnerstag, 4. Dezember, wird das Buch um 14.30 Uhr in der Lounge des Osthaus Museums Hagen, Museumsplatz 1, vorgestellt.

In der Kriegsendphase 1944/45, im letzten halben Jahr des Zweiten Weltkriegs, kamen mehr Soldaten und Zivilisten ums Leben, als in allen vorherigen Kriegsjahren zusammen. Im Herbst 1944 steigerten die alliierten Bomberverbände ihre Luftangriffe noch einmal um ein Mehrfaches. Seit Oktober 1944 kämpften die deutschen Truppen längst auf Reichsgebiet: Die alliierten Armeen hatten die Grenzen in Ost und West überschritten. Die Städte im Rheinland und Ruhrgebiet lagen zur Jahreswende 1944/45 am Rande der „Westfront“.

An der „Heimatfront“ wurden alle noch verfügbaren personellen und materiellen Reserven mobilisiert. Neue Waffen wie Fernraketen, Flugbomben und Düsenjets sollten in letzter Stunde eine Kriegswende herbeiführen. In der Kriegsendphase 1944/45 verschärfte sich auch der Terror: Noch in den letzten Kriegswochen ermordeten Gestapo und SS-Einheiten an Rhein und Ruhr tausende Menschen.

Nach dem alliierten Rheinübergang am 24. März 1945 wurde das Industriegebiet durch Truppen zweier US-Armeen eingeschlossen. Mit diesem „Ruhrkessel“ sind bis heute Mythen und Deutungen verbunden. Sie wurden vor allem von Militärs und NS-Funktionären für einen vermeintlich entlastenden Übergang in die Nachkriegszeit genutzt.

Die Einleitung zum Buch “Bitter Ends“ verfasste der international renommierte Historiker Prof. Dr. Richard Overy (London/Exeter).

Dr. Ralf Blank ist Fachdienstleiter für Wissenschaft, Museen und Archive und Wissenschaftlicher Leiter des Historischen Centrums im Fachbereich Kultur der Stadt Hagen sowie Lehrbeauftragter für Geschichte an der Ruhr Universität Bochum. Er ist Autor zahlreicher Bücher und Publikationen zur Stadt- und Regionalgeschichte, der Geschichte des „Dritten Reichs“ und der Nachkriegsgeschichte, unter anderem auch im internationalen Reihenwerk Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Er wirkt in verschiedenen Gremien und ist ordentliches Mitglied in der Historischen Kommission für Westfalen.

 

Foto: Das Titelcover zeigt eine Straßenszene in Hagen am 28. Februar 1945, gegen 16 Uhr, in Eckesey.

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